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Welche Versicherung braucht man in der Medizintechnik?

Medizintechnik-Hersteller brauchen eine Produkthaftpflicht mit erweiterter Deckung und Rückrufkosten, eine Cyber-Risk-Versicherung (vernetzte Geräte, Patientendaten), eine Maschinen-/Elektronikversicherung für die Fertigung sowie - bei klinischen Prüfungen - eine Probandenversicherung. Grund: Medizinprodukte unterliegen strenger Haftung; Personenschäden und Sicherheitskorrekturen erreichen schnell hohe Summen.

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Welche Risiken sind in der Medizintechnik besonders relevant?

In der Medizintechnik treten folgende Schadenszenarien überdurchschnittlich häufig oder mit besonders hohen Summen auf:

  • Personenschäden durch fehlerhafte Geräte oder Implantate - strenge Produkthaftung (MDR).
  • Sicherheitskorrekturmassnahmen und Rückrufe (FSCA) über ganze Produktchargen.
  • Cyber-/Datenschutzvorfälle bei vernetzten Geräten (SaMD) und Patientendaten.
  • Sterilitäts-/Reinraumabweichungen mit Chargenverlust und Produktionsstopp.
  • Hohe Haftung bei Export, insbesondere in die USA.

Branchenkontext: Worauf es bei der Absicherung ankommt

Die Medizintechnik ist stark reguliert: Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR), Konformitätsbewertung, klinische Bewertung und Vigilanz bestimmen den Marktzugang. Hersteller, Bevollmächtigte und Händler tragen abgestufte Pflichten. Da Produkte unmittelbar am Patienten wirken, ist die Haftung streng und Sicherheitskorrekturen (FSCA) sind häufig. Versicherer differenzieren nach Risikoklasse (von unkritischen Hilfsmitteln bis zu aktiven Implantaten), Sterilfertigung und Software-Anteil. Vernetzte Geräte und Software as a Medical Device verbinden Produkthaftung mit Cyber- und Datenschutzrisiken. US-Exporte verlangen wegen Produkthaftungsrecht und Strafschadensersatz eine gesonderte, höhere Deckung.

Welcher Versicherungsschutz ist für die Medizintechnik unverzichtbar?

Medizintechnikunternehmen bewegen sich in einem regulatorischen Umfeld das seinesgleichen sucht: MDR-Konformität, ISO 13485-Zertifizierung, lückenlose Dokumentation jedes Produktionsschritts, Vigilanzberichterstattung gegenüber Behörden, Post-Market-Surveillance über die gesamte Produktlebensdauer. Gleichzeitig sind die Produkte – bildgebende Systeme, Implantate, Diagnoseautomaten, chirurgische Instrumente – direkt am Menschen im Einsatz. Ein Produktionsfehler der im Krankenhaus landet, ein Cyberangriff der eine vernetzte Diagnostikanlage kompromittiert, ein Maschinenausfall der die Fertigung steriler Einmalartikel stoppt: In der Medizintechnik hat jedes Schadensereignis eine technische, eine regulatorische und eine haftungsrechtliche Dimension gleichzeitig. Versicherungsschutz muss alle drei kennen.

Technische Versicherungen

Maschinenversicherung Medizintechnik

Maschinenversicherung

Reinraumfertigung für Implantate, Laserschneidsysteme für chirurgische Instrumente, Spritzgussanlagen für medizinische Kunststoffteile, Sterilisationsanlagen, Prüfautomaten für Dichtigkeitstests – die Fertigungsanlagen in der Medizintechnik sind hochspezialisiert, teuer in der Anschaffung und oft mit langen Vorlaufzeiten für Ersatzteile verbunden. Ein Bedienfehler an einer Laseranlage, ein Konstruktionsfehler der erst unter Dauerlast sichtbar wird, ein Frostschaden an einer Hydraulikpresse im Winter: Die Maschinenversicherung deckt als Allgefahrenversicherung alle unvorhergesehenen Schäden ab – Reparatur, Wiederbeschaffung und Wiederherstellung der betriebsfertigen Funktion. Was nicht gedeckt ist, muss der Versicherer ausdrücklich ausschließen. Gerade in der Medizintechnik wo ein Maschinenausfall auch Zulassungsfragen nach sich ziehen kann, zählt jeder Tag bis zur Wiederaufnahme der Produktion. 

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Elektronikversicherung Verpackungshersteller

Elektronikversicherung

Messtechnik für Kalibrierung und Qualitätsprüfung, SPS-Steuerungen in der Reinraumfertigung, Ultraschallprüfgeräte in der Wareneingangskontrolle, vernetzte Testsysteme für elektrische Sicherheitsprüfungen nach IEC 60601 – die Elektronik in einem Medizintechnikbetrieb ist sowohl teuer als auch sicherheitsrelevant. Fällt ein kalibriertes Messgerät durch Überspannung aus oder beschädigt ein Kurzschluss die Steuerungseinheit einer Fertigungslinie, entsteht nicht nur ein Geräteschaden – es entsteht möglicherweise auch eine Lücke in der Prüfdokumentation, die regulatorisch aufwendig zu schließen ist. Die Elektronikversicherung deckt Bedienungsfehler, Überspannung, Induktion, Kurzschluss, Brand, Blitzschlag, Wasserschäden, höhere Gewalt, Materialfehler und Einbruchdiebstahl ab – für Produktions- und Laborumgebungen gleichermaßen.

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Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung

Inhaltsversicherung Medizintechnik

Inhaltsversicherung

Sterilisationsverpackungen auf Paletten, Rohstoffe für biokompatible Beschichtungen, Fertigprodukte im Quarantänelager vor der Freigabe, Laborausstattung in der F&E-Abteilung, kalibriertes Messequipment in der Qualitätssicherung – der Inhalt eines Medizintechnikbetriebs vereint hohe Einzelwerte mit einer besonderen Ersatzproblematik: Viele Geräte müssen nach Wiederbeschaffung neu kalibriert und dokumentiert werden bevor sie wieder einsetzbar sind. Die Inhaltsversicherung deckt Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruchdiebstahl und Vandalismus ab und übernimmt Wiederbeschaffungskosten zum Neuwert. Die Versicherungssumme sollte den tatsächlichen Wert aller Objekte realistisch abbilden – Unterversicherung bei Spezialequipment ist ein häufig unterschätztes Risiko. 

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Betriebsunterbrechung Verpackungsindustrie

Betriebsunterbrechungsversicherung

Ein Medizintechnikunternehmen das Krankenhäuser oder Operationssäle beliefert, arbeitet unter Lieferverpflichtungen bei denen Ausfälle unmittelbare Konsequenzen haben. Steht die Sterilproduktion durch einen Brandschaden still, fehlt dem Kunden die Ware für geplante Eingriffe. Die Wiederaufnahme der Produktion in einem Reinraumbetrieb dauert nach einem Schadensfall länger als in anderen Branchen – Reinigungsvalidierung, Rekontaminationsfreigabe und Restablage vor dem Serienanlauf kosten Zeit. Während all das läuft, laufen Löhne, Mieten, Leasingraten und Energiekosten unverändert weiter. Die Betriebsunterbrechungsversicherung übernimmt Gewinnverluste und alle Fixkosten während der gesamten Stillstandsphase – von Brand bis Einbruchdiebstahl, von Vandalismus bis Leitungswasserschaden.

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Betriebshaftpflicht Medizintechnik

Betriebshaftpflicht

Medizintechnikunternehmen haften für das was ihre Mitarbeiter im Rahmen des Betriebs verursachen – und die Haftungsrisiken sind branchenspezifisch erheblich. Verletzt sich ein Servicetechniker bei der Wartung einer Anlage im Krankenhaus und beschädigt dabei medizinische Infrastruktur, entsteht ein Schaden mit mehreren Geschädigten gleichzeitig. Für Unternehmen die Produkte für den klinischen Einsatz herstellen, ist die Betriebshaftpflicht in bestimmten Konstellationen gesetzlich vorgeschrieben. Die Versicherung prüft jeden Schadensersatzanspruch auf Berechtigung, übernimmt berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte aktiv ab – alle Mitarbeiter sind während ihrer Arbeitszeit mitversichert.

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Versicherungen für einen umfassenden Schutz

Produkthaftpflicht Medizintechnik

Produkthaftpflicht

Ein Implantat das durch einen Materialfehler in situ versagt, ein Diagnosegerät das durch einen Verarbeitungsfehler Fehlmessungen produziert und dadurch eine Fehlbehandlung auslöst, ein Einmalinstrument das durch eine Sterilisationsabweichung in der Keimfreiheit beeinträchtigt ist: In der Medizintechnik können Produktfehler direkte Personenschäden am Patienten verursachen – mit entsprechend schwerwiegenden Schadensersatzforderungen gegenüber dem Hersteller. Die EU-Produkthaftungsrichtlinie und die MDR schaffen dabei ein Haftungsumfeld, in dem Hersteller aktiv nachweisen müssen, dass ihre Produkte sicher sind. Die Produkthaftpflicht übernimmt berechtigte Sach- und Personenschadensersatzansprüche, deckt Rückrufkosten ab und wehrt unberechtigte Forderungen juristisch ab – eine Absicherung die in der Medizintechnik schlicht nicht optional ist.

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Betriebliche Altersvorsorge Medizintechnik

Betriebliche Altersvorsorge

Regulatory Affairs Manager, Qualitätsingenieure nach ISO 13485, Entwickler für aktive Implantate, klinische Spezialisten – Fachkräfte in der Medizintechnik sind hochqualifiziert, stark nachgefragt und haben auf dem Arbeitsmarkt echte Wahlmöglichkeiten. Jeder Beschäftigte hat einen gesetzlichen Anspruch darauf, einen Teil seines Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln – dieser Teil ist vollständig frei von Steuern und Sozialabgaben. Für Arbeitgeber entstehen durch die reduzierten Lohnnebenkosten eigene finanzielle Vorteile – und mit einem durchdachten bAV-Angebot ein Argument im Recruiting, das Gehaltslisten allein nicht abbilden können.

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Schadenbeispiel aus der Praxis

Ein Hersteller von Infusionspumpen stellt fest, dass eine Softwarecharge unter seltenen Bedingungen die Dosierung falsch berechnet. Die Behörde wird informiert, eine Sicherheitskorrekturmassnahme (FSCA) für 18.000 Geräte wird eingeleitet: Prüfung, Software-Update und Austausch vor Ort. Kosten inkl. Logistik und Vigilanz: 1,6 Mio. EUR, dazu einzelne Patientenforderungen. Produkthaftpflicht mit Rückrufkostendeckung trägt Personen- und Korrekturaufwand.

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Häufige Fragen zur Versicherung in der Medizintechnik

Ist eine Produkthaftpflicht für Medizinproduktehersteller Pflicht?

Die MDR verlangt von Herstellern Massnahmen zur finanziellen Deckung ihrer Haftung in angemessenem Umfang. Eine erweiterte Produkthaftpflicht mit ausreichender Versicherungssumme ist daher faktisch unverzichtbar.

Was ist eine FSCA und ist sie versicherbar?

Eine Field Safety Corrective Action ist eine Sicherheitskorrekturmassnahme im Markt (z. B. Rückruf, Update, Austausch). Die Kosten lassen sich über eine Rückruf-/FSCA-Deckung absichern.

Brauche ich für klinische Prüfungen eine Versicherung?

Ja. Klinische Prüfungen von Medizinprodukten am Menschen erfordern eine Probandenversicherung als Genehmigungsvoraussetzung.

Sind vernetzte Geräte und Software (SaMD) besonders zu versichern?

Ja. Vernetzte Geräte und Software als Medizinprodukt verbinden Produkthaftung mit Cyber- und Datenschutzrisiken; beide Deckungen sollten aufeinander abgestimmt sein.

Was kostet die Versicherung eines Medizintechnik-Herstellers?

Markt-Orientierung: Produkthaftpflicht ab ca. 3.000 EUR/Jahr, bei hoher Risikoklasse und US-Export ein Vielfaches. Rückruf-, Cyber- und Probandendeckung kommen hinzu.

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Bernhard Assekuranz ist auf Gewerbe- und Industrieversicherungen spezialisiert und stellt für die Medizintechnik ein abgestimmtes Versicherungsprogramm zusammen. Fordern Sie eine unverbindliche Risikoanalyse und ein Vergleichsangebot an - wir prüfen Ihren bestehenden Schutz auf Lücken und Einsparpotenzial.

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