München unterscheidet sich strukturell deutlich von anderen deutschen Großstädten. Während Berlin von Startups und Hamburg vom Hafen, Logistik und Medien geprägt ist, dominieren in München drei Cluster, die jeweils eigene Cyber-Risiken mitbringen:
Der Versicherungs- und Finanzcluster. Mit Allianz, Munich Re, ERGO, HypoVereinsbank und einer großen Zahl mittelständischer Makler, Vermögensverwalter und FinTechs verarbeiten Münchner Unternehmen riesige Mengen personenbezogener und finanzieller Daten. Für Angreifer bedeutet das hohe Erpressungshebel über DSGVO-Bußgeldrisiken (bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes nach Art. 83 DSGVO).
Der Automotive- und Maschinenbau-Cluster. BMW im Stadtgebiet, MAN in Schwabing, dazu zahlreiche Tier-1- und Tier-2-Zulieferer im Umland. Diese Lieferketten sind besonders anfällig für Betriebsunterbrechungen durch Cybervorfälle, weil bereits ein gestörter Zulieferer die Just-in-time-Produktion erheblich belasten kann. TISAX-Anforderungen der Automobilhersteller schreiben Informationssicherheitsstandards vor, ersetzen aber keine finanzielle Absicherung.
Der Tech- und Beratungsstandort. Microsoft Deutschland, Google, IBM sowie Beratungshäuser und eine dichte SaaS-Szene. Diese Unternehmen arbeiten häufig mit Quellcode, M&A-Daten, Mandanteninformationen und Cloud-Systemen – eine Konstellation, bei der Ausfälle, Datenabfluss und Haftungsfragen besonders ins Gewicht fallen.
Aus unserer Beratung zeigt sich dabei immer wieder:
Nicht der Angriff selbst ist oft der größte Kostentreiber, sondern der Stillstand von Abläufen, Lieferketten und Kundenprojekten. Genau hier unterscheiden sich gute von unzureichenden Cyberpolicen.