Bernhard Assekuranzmakler
Vereine & VerbändeUnternehmen
Home   trenner   Unternehmen   trenner   Blog
Versicherungsthemen

Betriebliche Krankenversicherung als Benefit: Warum Unternehmen jetzt umdenken


Betriebliche Krankenversicherung als Benefit: Warum Unternehmen jetzt umdenken

Der Fachkräftemangel verändert, was Bewerber von einem Arbeitgeber erwarten. Ein überdurchschnittliches Gehalt reicht oft nicht mehr aus, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf die betriebliche Krankenversicherung (bKV) als zusätzlichen Baustein ihrer Personalstrategie – ein Benefit, der bei Bewerbern unmittelbar ankommt und zugleich steuerlich attraktiv ist.

Ende 2024 boten laut dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) bereits über 56.000 Unternehmen ihren Beschäftigten eine betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung an – ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Trend hat sich fortgesetzt: Ende 2025 waren es rund 60.600 Unternehmen. Für Arbeitgeber, die noch zögern, lohnt sich ein genauer Blick auf Nutzen, Kosten und Umsetzung.

Dieser Beitrag erklärt, was eine betriebliche Krankenversicherung leistet, wie sie steuerlich behandelt wird und worauf Unternehmen bei der Einführung achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine arbeitgeberfinanzierte Zusatzversicherung mit zusätzlichen Gesundheitsleistungen für Mitarbeitende.
  • Beiträge bis 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter sind als Sachbezug steuer- und sozialversicherungsfrei.
  • Eine bKV ist bereits ab rund 5 Euro pro Monat und Mitarbeiter möglich; Beschäftigte sparen gegenüber dem Normaltarif oft über 50 Prozent.
  • Beim Gruppenvertrag entfällt in der Regel die individuelle Gesundheitsprüfung.
  • Für Arbeitnehmer ist die bKV nach der betrieblichen Altersvorsorge und der vermögenswirksamen Leistung die drittwichtigste Personalzusatzleistung.
  • Ende 2025 boten bereits rund 60.600 Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine bKV an – Tendenz stark steigend.
  • 79 Prozent der Arbeitnehmer halten eine bKV für attraktiv, jeder Dritte würde sie einer vergleichbaren Gehaltserhöhung vorziehen.
     

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine vom Arbeitgeber abgeschlossene und finanzierte Zusatzversicherung, die Mitarbeitenden zusätzliche Gesundheitsleistungen außerhalb der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung verschafft. Sie ergänzt den bestehenden Versicherungsschutz, ersetzt ihn aber nicht.

Bei der klassischen Form – dem Gruppenvertrag – ist der Arbeitgeber Versicherungsnehmer, die Mitarbeitenden sind versicherte Personen. Die bKV steht unabhängig davon offen, ob Beschäftigte gesetzlich oder privat krankenversichert sind, und wird zunehmend als fester Bestandteil moderner Corporate-Benefits-Pakete eingesetzt.

Warum wird die bKV für Unternehmen jetzt zum Wettbewerbsfaktor?

Weil der Fachkräftemangel Unternehmen zwingt, sich über das Gehalt hinaus zu differenzieren, und Gesundheits-Benefits bei Bewerbern hoch im Kurs stehen. Laut einer aktuellen Erhebung halten 79 Prozent der befragten Arbeitnehmer eine betriebliche Krankenversicherung für attraktiv, 40 Prozent sogar für besonders attraktiv.

Jeder dritte Arbeitnehmer würde den Abschluss einer bKV einer vergleichbaren Gehaltserhöhung vorziehen. Für Arbeitgeber bedeutet das: Eine bKV kann im Bewerbungsprozess den entscheidenden Unterschied machen, wenn Kandidaten zwischen zwei Angeboten wählen. Nach betrieblicher Altersvorsorge und vermögenswirksamer Leistung gilt die bKV bereits heute als drittwichtigste Personalzusatzleistung aus Arbeitnehmersicht. Unternehmen, die in Gesundheit und Prävention investieren, berichten zudem von einer stärkeren Mitarbeiterbindung und weniger krankheitsbedingten Ausfällen.

Welche Leistungen deckt eine bKV ab?

Eine bKV besteht aus frei kombinierbaren Leistungsbausteinen, aus denen Arbeitgeber einen maßgeschneiderten Gesundheitsschutz zusammenstellen. Üblich sind acht Bausteine von der Sehhilfe bis zur Pflegezusatzversicherung. Der konkrete Umfang hängt vom gewählten Modell und Budget ab.

BausteinBeispiele
SehhilfeZuschuss zu Brillen und Kontaktlinsen
ZahnzusatzversicherungZahnersatz, Zahnspangen, Inlays, Kronen, Implantate
VorsorgeuntersuchungRegelmäßige Gesundheitschecks, frühzeitige Erkennung von Erkrankungen
Stationäre ZusatzversicherungEin- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung im Krankenhaus
KrankentagegeldversicherungAbsicherung des Verdienstausfalls bei längerer Krankheit
Alternative HeilmethodenAkupunktur, Osteopathie, Homöopathie
AuslandsreisekrankenversicherungMedizinische Behandlung und Rücktransport bei Geschäfts- und Privatreisen
PflegezusatzversicherungPflegeleistungen für Mitarbeitende oder Familienangehörige

Viele Versicherer ergänzen den Versicherungsschutz um digitale Serviceleistungen: eine medizinische Hotline rund um die Uhr, ärztliche Video-Sprechstunden, schnellere Facharztvermittlung, Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen sowie eine Gesundheits-App zur digitalen Abrechnung.

Übersicht der Durchführungswege der betrieblichen Krankenversicherung
Unsere Empfehlung

Weniger Fehltage, mehr Bindung: So profitiert Ihr Team von der bKV

Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Die betriebliche Krankenversicherung bietet:

  • Erweiterter Versicherungsschutz – Zugang zu besseren & schnelleren medizinischen Leistungen
  • Mitarbeiterbindung & Wertschätzung – zeigt Engagement für das Wohlbefinden des Teams
  • Weniger Ausfallzeiten – schnellere Genesung & höhere Produktivität

Unverbindlich & kostenlos – in wenigen Minuten ausgefüllt

Ausgezeichnet bewertet

Welche bKV-Modelle können Unternehmen wählen?

Unternehmen können zwischen drei Grundmodellen wählen: dem Bausteinmodell mit fest definierten Leistungen, dem Budgetmodell mit frei verfügbarem Jahresbudget je Mitarbeiter oder einer Kombination aus beidem. Die Wahl hängt vor allem davon ab, wie viel Entscheidungsfreiheit die Belegschaft haben soll.

ModellSo funktioniert es
BausteinmodellArbeitgeber stellt die bKV individuell aus den acht Leistungsbausteinen zusammen – hohe Entscheidungsfreiheit, Fokus auf bestimmte Leistungen.
BudgetmodellUnternehmen legt ein Jahresbudget je Mitarbeiter fest (üblich: 400–1.500 €); die Beschäftigten wählen die Leistungen selbst nach Bedarf aus.
KombimodellVerbindet Budget- und Bausteinmodell – frei wählbares Budget kombiniert mit einem oder mehreren Bausteinen.

Was kostet eine bKV für Arbeitgeber?

Eine betriebliche Krankenversicherung ist bereits ab rund 5 Euro pro Monat und Mitarbeiter möglich. Besonders günstige Konditionen entstehen im Rahmen eines Gruppenvertrags, da sich das Risiko auf die gesamte Belegschaft verteilt. Ein Praxisbeispiel für den Baustein Chefarztbehandlung und Einbettzimmer zeigt die Ersparnis gegenüber einem individuellen Normaltarif:

BeispielgruppebKV-Beitrag/MonatNormaltarif/MonatErsparnis
Kinder & Jugendliche bis 20 Jahre6,90 €
Erwachsene 21–65 Jahre27,80 €66,07 €38,27 €
Ab 66 Jahren81,22 €

Für Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre gelten in der Regel eigene, deutlich günstigere Beiträge; ältere Beschäftigte zahlen entsprechend mehr. Die tatsächlichen Beiträge hängen vom gewählten Modell, Versicherer und Leistungsumfang ab und sollten im individuellen Angebotsvergleich ermittelt werden.

Ist die bKV für Arbeitgeber steuerfrei?

Ja: Zuwendungen im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung können seit November 2019 steuer- und sozialabgabenfrei angeboten werden, sofern sie als Sachbezug – also ausschließlich als Versicherungsschutz und nicht als Geldleistung – gewährt werden. Seit 2022 liegt die dafür maßgebliche Sachbezugsfreigrenze bei 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter; zuvor waren es 44 Euro.

Wichtig: Es handelt sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Überschreitet der Sachbezugswert die 50-Euro-Grenze in einem Monat, wird der gesamte Betrag steuer- und beitragspflichtig – nicht nur der übersteigende Teil. Arbeitgeber können die Beiträge zur bKV zudem regelmäßig als Betriebsausgaben geltend machen, unabhängig von der Sachbezugsgrenze.

Für welche Unternehmensgröße eignet sich die bKV?

Die betriebliche Krankenversicherung eignet sich grundsätzlich für jeden Arbeitgeber, der seine Attraktivität am Arbeitsmarkt steigern möchte. Bereits ab 5 Mitarbeitenden lassen sich feste Tarifpakete abschließen, ab 10 Mitarbeitenden können Unternehmen die einzelnen bKV-Module individuell konfigurieren.

Beim Gruppenvertrag schließt der Arbeitgeber eine Sammelpolice für die gesamte Belegschaft ab; eine individuelle Gesundheitsprüfung entfällt dabei in der Regel, da sich das Risiko auf die gesamte Gruppe verteilt. Viele Anbieter ermöglichen zusätzlich, Familienangehörige der Mitarbeitenden zu vergünstigten Gruppenkonditionen mitzuversichern.

Beratung anfordern

Welche Vor- und Nachteile hat die bKV aus Arbeitgebersicht?

Der größte Vorteil liegt im steuerfreien Sachbezug bis 50 Euro monatlich kombiniert mit spürbarer Wirkung auf Recruiting und Bindung. Einschränkungen bestehen vor allem bei bereits bestehenden Vorerkrankungen und bei Modellen, die über die Sachbezugsfreigrenze hinausgehen.

Vorteile für ArbeitgeberGrenzen und Einschränkungen
Beiträge bis 50 €/Monat steuer- und sozialversicherungsfreiMoratoriumsklauseln schließen bestehende Erkrankungen häufig aus
Bei Gruppenverträgen meist keine individuelle GesundheitsprüfungKombimodell fällt oft über die 50-Euro-Freigrenze – Kosten trägt dann das Unternehmen
Stärkt Recruiting und Mitarbeiterbindung, kein Mindestbeitrag vorgeschriebenBeitragsentwicklung im Kollektiv sollte regelmäßig geprüft werden
Kann Fehlzeiten und Krankheitskosten senkenLeistungsumfang variiert stark zwischen Anbietern und Tarifen

Sogenannte Moratoriumsklauseln schließen bestehende Erkrankungen sowie bereits begonnene oder empfohlene Behandlungen häufig vom Versicherungsschutz aus. Scheidet ein Mitarbeitender aus dem Unternehmen aus, kann der Versicherungsschutz bei vielen Tarifen als privater Normaltarif weitergeführt werden – ein Vorteil gegenüber einem ersatzlosen Wegfall der Absicherung.

Wie führt ein Unternehmen die bKV Schritt für Schritt ein?

Die Einführung folgt einem klaren Ablauf – von der Budgetplanung bis zur laufenden Kontrolle:

  1. Bedarf und Budget klären: Beitragsrahmen je Mitarbeiter festlegen, idealerweise innerhalb der 50-Euro-Sachbezugsgrenze.
  2. Leistungsbausteine auswählen: Zahn-, ambulante und stationäre Leistungen nach Belegschaftsstruktur priorisieren.
  3. Angebote vergleichen: Mehrere Versicherer gegenüberstellen – ein freier Versicherungsmakler kann hier den Marktüberblick verschaffen.
  4. Vertragsform festlegen: Gruppenvertrag oder Einzelvertrag entsprechend Unternehmensgröße wählen.
  5. Mitarbeitende informieren: Beitritt, Leistungsumfang und Ansprechpartner klar kommunizieren.
  6. Lohnbuchhaltung anpassen: Sachbezugsgrenze korrekt in der Gehaltsabrechnung abbilden.
  7. Regelmäßig überprüfen: Leistungsumfang, Beitragsentwicklung und Mitarbeiterzufriedenheit jährlich evaluieren.

Passende Versicherungslösungen für Unternehmen

Die bKV entfaltet ihre Wirkung am besten im Zusammenspiel mit weiteren betrieblichen Absicherungen. Folgende Bausteine ergänzen sich in der Praxis:

Betriebliche Krankenversicherung (bKV): Der zentrale Baustein für Gesundheitsleistungen und Recruiting-Attraktivität, wie in diesem Beitrag beschrieben.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Ergänzt die bKV als zweiter Benefit-Baustein und ist ebenfalls ein wirksames Argument im Wettbewerb um Fachkräfte.

Betriebshaftpflichtversicherung: Unabhängig vom Benefit-Paket eine grundlegende Absicherung für nahezu jedes Unternehmen gegen Haftpflichtansprüche Dritter.

 

Beratungsgespräch vereinbaren

Ob Gruppenvertrag, Leistungsumfang oder steuerliche Gestaltung: Die passende bKV-Lösung hängt von der individuellen Unternehmenssituation ab. Bernhard Assekuranz vergleicht als freier Versicherungsmakler die Angebote relevanter Anbieter und unterstützt bei Auswahl, Einführung und laufender Betreuung. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch, um die passende betriebliche Krankenversicherung für Ihr Unternehmen zu finden.

Beratung anfordern

Florian Gries, Head of Marketing bei Bernhard Assekuranz
Florian Gries LinkedIn

Head of Marketing · Bernhard Assekuranz · seit 2017

Als Head of Marketing bei einem auf Gewerbe- und Vereinsversicherungen spezialisierten Versicherungsmakler sehe ich täglich, wie unterschiedlich Unternehmen und Vereine ihre Risiken einschätzen – oft gut abgesichert im Tagesgeschäft, aber überrascht vom Ernstfall. Deshalb sollen meine Texte nicht nur Versicherungsprodukte erklären, sondern zeigen, worauf es bei der Absicherung von Betrieben, Vereinen, Mitarbeitern und Haftungsrisiken wirklich ankommt.

8 Jahre Versicherungsbranche Gewerbe- & Vereinsversicherungen seit 2017 Fokus: Gewerbe & Vereine
               |              Home             |              Kontakt             |              Karriere             |              Glossar
0 % erledigt

Beratung vereinbaren

Wir beraten Sie unverbindlich und persönlich, ganz wie es für
Sie am besten passt.

Beschreibung dieses Feldes