5. Wie wird der Erfolg von Social Entrepreneurship gemessen?
Social Entrepreneurs verfolgen fundamental andere Ziele als herkömmliche Unternehmen. Dementsprechend lässt sich ihr Erfolg auch nicht anhand von Umsatz oder Gewinn messen. Stattdessen müssen andere KPIs herangezogen werden, die besser mit den Zielen des Social Entrepreneurships übereinstimmen.
Social Impact
Das entscheidendste Kriterium für den Erfolg eines Sozialunternehmens ist der Social Impact, also die positive Wirkung, die ein Unternehmen in seinem Themenfeld auf die Gesellschaft hat. Die Messung des Social Impact ist jedoch anspruchsvoll, da Wirkung oft erst nach längerer Zeit sichtbar wird und von vielen Faktoren abhängt.
Um den Social Impact zu strukturieren, hat das gemeinnützige Analyse- und Beratungshaus PHINEO daher die sogenannte Wirkungstreppe entwickelt:
Stufe 1 – Ressourcen: Welche Mittel und Inputs stehen dem Unternehmen zur Verfügung?
Stufe 2 – Aktivitäten: Welche Maßnahmen und Projekte führt das Unternehmen konkret durch?
Stufe 3 – Output: Welche unmittelbaren Ergebnisse entstehen aus den Aktivitäten?
Stufe 4 – direkte Wirkung: Welche Veränderungen treten bei der Zielgruppe durch die Ergebnisse ein?
Stufe 5 – indirekte Wirkung: Welche Effekte ergeben sich bei weiteren Betroffenen oder im Umfeld der Zielgruppe?
Stufe 6 – nachhaltige Wirkung: Wie stabil und langfristig sind die positiven Veränderungen?
Stufe 7 – gesellschaftlicher Impact: Welche umfassenden und langfristigen Verbesserungen bewirkt das Unternehmen für die Gesellschaft insgesamt?
Skalierbarkeit
Ein weiterer zentraler Faktor für Geschäftsmodelle im Social Entrepreneurship ist die Skalierbarkeit. Gemeint ist hier das Potenzial, zu wachsen und positive Effekte möglichst breit zu streuen. Dabei muss das Wachstum nicht zwangsläufig über die eigene Organisation erfolgen.
Eine Skalierung kann zum Beispiel über Open-Source-Ansätze oder Franchising geschehen, bei denen andere Social Entrepreneurs das Modell gegen Schulungs- oder Lizenzkosten adaptieren. Ebenso ist eine Skalierung durch die Verbreitung von Ideen, Methoden und Konzepten möglich, indem andere Organisationen das eigene Vorgehen übernehmen oder weiterentwickeln.
Leistungsbewertung
Überdies lässt sich der Erfolg eines Sozialunternehmens anhand von Leistungsbewertung bemessen. Oft wird etwa das Capacity Assessment Grid verwendet, das auch bei regulären Unternehmen zum Einsatz kommt, um die Schwächen und Entwicklungspotenziale einer Organisation zu beurteilen. Unter anderem werden dabei Strukturmerkmale, Fähigkeiten und Ressourcen betrachtet.
Eine beliebte Alternative ist die Social Enterprise Scorecard, die speziell auf soziale Zielsetzungen ausgelegt ist. Sie basiert auf der Balanced Scorecard und verschafft einen Überblick über die wichtigsten strategischen Ziele des Unternehmens. Dabei werden alle Ziele in einer Übersicht zusammengefasst und diese anschließend durch passende Kennzahlen, Zielvorgaben und Maßnahmen ergänzt.
Reporting
Für die Dokumentation des Social Impacts gibt es bislang keine einheitlichen Reporting-Standards. Um dennoch eine strukturierte Berichterstattung zu ermöglichen, haben die Non-Profit-Organisation Ashoka und ihre Kooperationspartner den Social Reporting Standard (SRS) entwickelt.
Der SRS strukturiert die Darstellung von der gesellschaftlichen Ausgangssituation über Ziele und eingesetzte Maßnahmen bis hin zu konkreten Ergebnissen und der langfristigen Wirkung. Dabei werden nicht nur Aktivitäten und Outputs beschrieben, sondern auch die angestrebten und erreichten Veränderungen für die Zielgruppen veranschaulicht.
Darüber hinaus umfasst der SRS Angaben zu Organisationsstruktur, Strategien, Ressourcen, Finanzen und Governance. Dadurch entsteht ein ganzheitliches Bild der Organisation, das sowohl die soziale Wirkung als auch die wirtschaftliche Grundlage transparent darstellt.
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